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Die letzte FTD

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Sven Oliver Clausen, Steffen Klusmann und Stefan Weigel heißen die Absender der E-Mail, die ich vor ein paar Tagen erhielt. Die Drei sind die mittlerweile ehemaligen Chefredakteure des Wirtschaftsblattes FTD, dessen letzte Ausgabe am 7. Dezember erschienen ist. Das Aus des vor knapp 13 Jahren gestarteten Objekts ist lieferte den Anlass ihrer Mail, die neben mir vermutlich ein paar Zehntausend weitere Empfänger hat.

Letzte Mail der FTD-Chefredakteure an die Leser

Die Einstellung der Zeitung lässt sich von mehren Standpunkten aus werten, und jeder davon ist richtig: Den Verlag kann man verstehen, denn das Blatt hat die ganze Zeit über Verluste bis zum Abwinken geschrieben, und die Prognose bleibt düster. Man kann das Ganze genauso werten als letzter Vorbote für den Niedergang des Qualitätsjournalismus, auch bekannt als Medienwandel, der eigentlich eine Krise mit ungewissem Ausgang ist. Wie ist ein Land verfasst, das sich nicht zwei Wirtschaftszeitungen leisten kann? Können sich in der Finanzkrise, in der ja vielleicht Orientierung besonders Not tut, nicht mal die Banker und Vorstandsetagen eine Zeitung kaufen?

Ich besitze noch die Erstausgabe der FTD, die letzte habe ich am Kiosk nicht mehr bekommen - ausverkauft! der Verlag hat jetzt noch welche nachgedruckt; ich habe mir eine bestellt. Dazwischen hatte ich das Blatt ein, zwei Mal im Probeabo "geleistet", habe mir ein paar wenige Exemplare am Kiosk gekauft und mich ansonsten bei den kostenlosen Exemplaren am Flughafen oder auf Messen bedient. Mit meinem Konsumverhalten, und so kann man es auch sehen, bin ich also Teil des Problems der Medienkrise und nicht Teil der Lösung. Und das, obwohl ich mein Geld als Zeitschriftenmacher verdiene. Seltsam.

   

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Aktuelles Linux-MagazinSeit Dezember 2000 arbeite ich als Chefredakteur des Linux-Magazins, das in München seit Mitte 2014 beim Verlag Computec erscheint, zuvor bei der Linux New Media AG und der Medialinx AG.

Das Special-Interest-Heft kommt seit seiner Gründung 1994 monatlich an die Kioske in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein nennenswerter Teil der Druckauflage geht auch an Abonnenten. Der Printtitel Linux-Magazin ist weltweit der älteste zu diesem Thema und setzt nicht nur durch diese Kontinuität Maßstäbe, sondern auch durch die hohe journalistische Aufbereitung und die große technische Tiefe. Der Online-Auftritt ist nicht identisch mit dem Printprodukt, hostet aber ein Heftarchiv im HTML-Format.

   
© Jan Kleinert