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Linux-Magazin

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Linux-Magazin geht in andere Hände

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Anfang September gab die bisherige Herausgeberin des Linux-Magazins, die Medialinx AG, bekannt, dass sie das Heft zusammen mit den anderen deutschsprachigen Heften Linux UserRaspberry Pi Geek und Easy Linux, die zugehörigen Websites, das Schulungsportal IT-Academy sowie den Linux New Media Award an die Fürther Computec Media GmbH verkauft hat. Computec ist in erster Linie als Verlag von Computerspiele-Zeitschriften bekannt.

Die Medialinx AG, hinter der ihr Gründer Rudolf Strobl steht, stellt nach dem technischen Abschluss der Aktion voraussichtlich das operative Geschäft gänzlich ein. Das englischsprachige Heft Linux Pro Magazine nebst Website hat einer der früheren Medialinx-Vorstände, Brian Osborn, erworben und fungiert mit seiner neuen Gesellschaft Sparkhaus Media GmbH als Herausgeber.

Kleine Rückschau

Den Namen Medialinx trug die frühere Linux-Magazin-Mutter noch nicht lange. Besser bekannt war der Verlag unter seinem langjährigen Namen Linux New Media AG. Die Umfirmierung schien geboten, da der Verlag Zeitschriftentitel auf den Markt gebracht hatte, die wenig oder gar keinen Bezug zu "Linux" hatten, namentlich Admin-Magazin, Android User und Windows Phone User. In der Rückschau hätte sich der Verlag den organisatorisch und finanziell aufwändigen Namenswechsel sparen können, da Medialinx das Admin-Magazin im April 2014 an den Heinemann Verlag veräußerte, wo das Blatt im dort erscheinenden IT-Administrator aufgegangen ist. Zeitgleich stellte Medialinx die Printtitel Android User und Windows Phone User ein. Die beiden aus diesem Grund scheidenden Chefredakteure bekamen die korrespondierenden Websites mit auf den Weg.

Im Nachklapp der letzten zehn Jahre ist es sicher nicht unbotmäßig zu resümieren, dass es öfter an der ruhigen verlegerischen Hand gefehlt hat. In der Hauptsache gilt es aber, der äußerst misslichen allgemeinen Entwicklung im IT-Zeitschriftenmarkt Tribut zu zollen - vulgo: Überall ist mindestens die Hälfte der Leser weg und die Hälfte beim Anzeigengeschäft auch.

Und so gehts weiter

Die jetzige Transaktion bringt weniger einschneidende Implikationen, die drei verbliebenen Redaktionen jedenfalls bleiben offenbar genau in der 2014er-Zusammensetzung erhalten. Gleiches gilt für die Grafik- und die Schulungsabteilung, Gegenteiliges für Webentwicklung, Marketing und Vorstände.

Als Zugewinn stehen die Kraft eines größeren Verlagshauses gegenüber und Kooperationsmöglichkeiten mit den dort beheimateten Objekten. Für das Linux-Magazin, es ist das Linux-Heft mit dem technisch am weitesten gehenden Anspruch und zugleich wirtschaftlich am einträglichsten, erscheint die Zusammenarbeit mit dem IT-Portal Golem.de und der Zeitschrift PC Games Hardware interessant.

Für die Leser von Linux-Magazin, Linux User und dessen Sonderhefte, Easy Linux sowie Raspberry Pi Geek ändert sich erst mal nichts. Abonnenten bekommen oder Zutun ihre Hefte weiter, und auch die Käufer an den Kiosken bekommen ihre Magazine in gewohnter Qualität, da die Redaktionen in der bewährten Zusammensetzung nach denselben journalistischen Maßstäben und hohem technischen Anspruch weiterarbeiten. Alles Weitere liegt in Zeitschriftenmarktes Hand.

Jubiläumsausgabe beliebt

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Cover der 20-Jahres-AusgabeDie Linux-Magazin-Ausgabe zum 20-jährigen Bestehen des Hefts hat sich an den Kiosken in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft wie geschnitten Brot. Das betrifft insbesondere die DELUG-Variante, also die mit DVD. Auf der hatte die Redaktion sämtliche Ausgaben, die seit 1994 erschienen sind, als HTML gepackt.

Für den Verlag erwies sich das als bemerkenswerter Erfolg, weil der Copypreis einmalig mit 15 Euro rund doppelt so hoch war wie in gewöhnlichen Erscheinungsmonaten. Die Grafik unten zeigt die Abverkaufskurve der 20-Jahres-Ausgabe (blau) an einigen hundert deutschen Kiosken im Vergleich zu zwei gewöhnlichen Monaten.

Kioskverkauf vom Linux-Magazin 12/2014

 

20 Jahre Linux-Magazin

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Schwer zu glauben, wie die Zeit vergeht (Achtung: Floskelalarm!), aber 2014 feiert das Linux-Magazin sein 20-jähriges Bestehen. Abgesehen davon, dass wir zur Ausgabe 10/14 ein großes Feuerwerk abbrennen werden, beginnt der Verlag schon zur Cebit, auf den erfreulichen Umstand aufmerksam zu machen, dass wir die weltweit älteste gedruckte Linux-Zeitschrift überhaupt sind.

Ich habe mir überlegt, auf unserem Cebit-Stand (fast) alle Magazin-Cover zu zeigen, die je erschienen sind - das ist eine beachtlich lange Reihe. An ihr wird einerseits klar werden, wie lange das Linux-Magazin das Thema schon beackert. Und andererseits kann jedermann sehen, wie sich das (Selbst-)Bild von Linux selbst über 20 Jahre geändert hat - eine schöne Parallelität von Medium und Thema, wie ich denke.

Die Inspiration zu der langen Cover-Galerie gab mir die Kirche "Sankt Paul vor den Mauern" in Rom. In deren Basilika zieht sich über den Säulen, etwa auf halber Höhe des Raumes, ein langes Band von 265 Medaillons mit den Porträts aller Päpste seit Petrus hin.

Sankt Paul vor den Mauern mit Papst-Bildern

Dem Besucher,wird durch die serielle Herrschaft der vielen Päpste bewusst, welch lange Tradition der Institution Kirche inne wohnt. Einen ähnlichen Effekt bezwecke ich mit meinen Linux-Magazin-Covern, die seit fast 240 Monaten erschienen sind.

Einer Legende nach kommt Christus wieder, wenn kein Platz mehr für ein weiteres Medaillon vorhanden ist. Unter Johannes Paul II. waren übrigens nur noch drei freie Stellen vorhanden - das muss dem Vatikan wohl unheimlich geworden sein. Jedenfalls gibt es jetzt - ein Wunder, ein Wunder - 25 weitere Plätze. Was diese Anekdote mit dem Linux-Magazin zu tun hat? Ich hoffe nichts.

   

Linux-Magazin  

Aktuelles Linux-MagazinSeit Dezember 2000 arbeite ich als Chefredakteur des Linux-Magazins, das in München seit Mitte 2014 beim Verlag Computec erscheint, zuvor bei der Linux New Media AG und der Medialinx AG.

Das Special-Interest-Heft kommt seit seiner Gründung 1994 monatlich an die Kioske in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein nennenswerter Teil der Druckauflage geht auch an Abonnenten. Der Printtitel Linux-Magazin ist weltweit der älteste zu diesem Thema und setzt nicht nur durch diese Kontinuität Maßstäbe, sondern auch durch die hohe journalistische Aufbereitung und die große technische Tiefe. Der Online-Auftritt ist nicht identisch mit dem Printprodukt, hostet aber ein Heftarchiv im HTML-Format.

   
© Jan Kleinert